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Wohnhausanlage Pantucekgasse

Wohnhausanlage Pantucekgasse

Fakten
Pantucekgasse 33, 1110 Wien
Typologie: Gruppenbebauung aus Türmen
Baujahr: 1970
Wohnungen: 446
Architekt: Rudolf Angelides, Edgar Göth, Ludwig Hammerschmid, Walter Hübner, Friedrich Holey, Ernst Lederer-Ponzer, Günther Ludwig, Kurt Neugebauer, Eugenie Pippal-Kottnig, Richard Praun, Harald Scheidl, Adolf Svancar, Friedrich Weinkopf

Die Architektur
Die Wohnhausanlage zählt zur zweiten Generation der Wiener Plattenbausiedlungen. Bedingt durch die stärker werdende Kritik an der freistehenden Zeilenbebauung der ersten Generation wurde nunmehr versucht, an das traditionelle Wiener Modell der Hofbebauung anzuschließen, und daher schloss man die orthogonal stehenden Scheibenbauten zu einer hofbildenden Bebauung zusammen. Darüber hinaus zeichnet sich die zweite Phase des Wiener Plattenbaus durch die Abkehr von den ausschließlich vier- und neungeschoßigen Wohnbauten aus. Davon versprach man sich mehr Variabilität.
Die Siedlung besteht aus insgesamt 18 turmähnlichen Häusern, die zu sechs Gebäudegruppen zusammengefasst sind, und unterscheidet sich daher augenscheinlich von der Bebauungsform der in den Jahren davor errichteten Wiener Plattenbauten. Es wurden drei verschiedene Haustypen verwendet, die auch beim zweiten (Thürnlhofstraße 20 - 24) bzw. beim vierten Bauteil (Pantucekgasse 9 - 11) zur Ausführung gelangten. Gemein haben alle drei Haustypen die zentrale Erschließung sowie die radiale Anordnung von vier Wohnungen je Geschoß. Jede Wohnung der fünf- bis neungeschoßigen Wohnhäuser verfügt über eine Loggia. Bedingt durch die Vorlagerung der Loggien vor die Wohnungen entstanden Risalite, die zusätzlich zur turmartigen Bebauung die Vertikalisierung des Gebäudes unterstützen. Sowohl die Seitenwände als auch die Brüstungen der Loggien bestehen aus vorgefertigten Betonplatten, die mit einer Waschbetonoberfläche versehen sind. Die Wohngebäude sind allesamt unterkellert, wobei der Keller ein halbes Geschoß aus dem Terrain ragt, was wiederum die - auch farblich abgesetzte - Sockelzone bildet. An den Gebäuden der Wohnhausanlage wurde noch keine thermische Sanierung durchgeführt, daher sind die für die Fertigteilbauweise typische Fassadenrasterung sowie die verwendeten Fassadenmaterialien sichtbar.